Neue Publikation: 1969年の日独外務省政策企画協議と日本の核武装問題

deckblatt_es15Hier noch­mals ein Hinweis zu meinem Forschungs­pro­jekt bezüg­lich des Japan­be­suchs von Egon Bahr (SPD) 1969 im Kontext der deutsch-​japanischen Bezie­hungen & zeit­ge­nös­si­scher Diskus­sionen über eine atomare Bewaff­nung Japans. Als Abschluß dieses Forschungs­vor­ha­bens ist jetzt ein Aufsatz in japa­ni­scher Sprache von mir erschienen.

この度、私が1969年の日独外務省政策企画協議と日本の核武装問題をテーマに執筆した論文が東京大学大学院総合文化研究科附属グローバル地域研究機構/ドイツ・ヨーロッパ研究センター編集『ヨーロッパ研究』第15号に掲載されましたので、ここにお知らせいたします。

マイク・ヘンドリク・シュプロッテ(2016年):「日独外務省政策企画協議と日本の核武装問題―エゴン・バールと1969年の日本訪問―」、『ヨーロッパ研究』、第15号、29-41頁. 論文のフル・テキストはこちらです。

Vortragsankündigungen (November 2014) /​ 講演のご案内 (2014年11月)

Sind Sie viel­leicht Mitte November in Tôkyô? Auf Einla­dung des „Zentrums für Deutschland- und Euro­pa­stu­dien” der Univer­sität Tôkyô (DESK, 東京大学ドイツ・ヨーロッパ研究センター) halte ich in japa­ni­scher Sprache am 17. und 23. November 2014 auf dem Komaba-​Campus dieser Univer­sität im Rahmen verschie­dener Veran­stal­tungen folgende Vorträge.

11月に東京にいらっしゃいませんか。来たる11月17日と23日に、東京大学ドイツ・ヨーロッパ研究センターで講演をさせていただきます。講演のご案内をお知らせします。 Weiter­lesen

Publikation: Egon Bahrs Japanbesuch 1969 und die Frage einer japanischen Atombewaffnung

Forschungsprojekt: Egon Bahrs Japanbesuch 1969 - Ein Moment des japanischen "nuclear hedging"

Im Oktober 2010 schlugen in Japan die Wellen hoch, als der öffentlich-​rechtliche Fern­seh­sender NHK in einer Doku­men­ta­tion mit dem Titel „Japan, das ‚Atom­bom­ben‘ zu besit­zen wünschte: die unbe­kannte Wahr­heit über das Land, das zum Opfer von Atom­bom­ben wurde“ (‚kaku‘ o moto­meta Nihon: hiba­ku­koku ga shira­re­zaru shin­jitsu 「核」を求めた日本 - 被爆国が知られざる真実) ein Memo­randum aus dem Jahr 1969 vorstellte, in dem der SPD-​Politiker Egon Bahr, damals Leiter des Planungs­stabes des Auswär­tigen Amtes der Bundes­re­pu­blik, über die ersten Konsul­ta­tionen des Stabes mit seinem Pendant in Tôkyô berich­tete und dabei streng vertrau­liche Aussagen japa­ni­scher Dele­ga­ti­ons­mit­glieder zu der Option einer eigen­stän­digen japa­ni­schen Atom­be­waff­nung in dem mögli­chen japa­ni­schen Streben nach dem Status einer „Super­macht” erwähnte. Nachdem im Kontext der Havarie des Atom­kraft­werks Fukus­hima I unmit­telbar nach dem schweren Erdbeben im Osten Japans am 11. März 2011 auf einer japa­no­lo­gi­schen Mailing­liste auf einen Artikel eines japa­ni­schen Poli­tik­wis­sen­schaftler hinge­wiesen worden war, der diesen Sach­ver­halt kritisch beur­teilte, war mein Inter­esse geweckt. Gerade eben konnte ich zu dieser Thematik einen Aufsatz veröf­fent­li­chen:

Sprotte, Maik Hendrik (2014): Egon Bahr und sein Japan-​Besuch 1969: Japa­ni­sche Atom­waf­fen als ‚Frage des Wil­lens, nicht des Kön­nens‘?“ In: Fakul­tät für Ost­asi­en­wis­sen­schaf­ten der Ruhr-​Universität Bochum (Hg.): Bochu­mer Jahr­buch zur Ost­asi­en­for­schung (BJOAF). Mün­chen: Iudi­cium, 36 /​ 2012, S. 213-​247.

Ich habe mein Publi­ka­ti­ons­ver­zeichnis entspre­chend auf den neuesten Stand gebracht.

Neue Vorträge

Im Verlauf des Juni 2013 habe ich zwei Vorträge - zu Egon Bahrs Japan-​Besuch 1969 und zu Gerüchten bzw. Falsch­mel­dungen in den Erdbe­ben­ka­ta­stro­phen 1923 und 2011 - gehalten und meine Aufstel­lung entspre­chend aktua­li­siert.

Weiteres Forschungsprojekt: Egon Bahrs Japanbesuch 1969

Ich habe die Inhalts­be­schrei­bung eines neuen Projekts, das mich neben meiner Arbeit an meinem Forschungs­vor­haben in den letzten Monaten beschäf­tigt und dem ich unter dem Titel „Egon Bahrs Japan-​Besuch 1969: ein Moment des japa­ni­schen ‚nuclear hedging’” nach­gehe, der Aufstel­lung gegen­wär­tiger und zukünf­tiger Forschungs­vor­haben hinzu­ge­fügt.

Greenpeace zum Reaktorunfall in Fukushima

Green­peace hat knapp einen Monat vor dem 2. Jahrestag der Drei­fach­ka­ta­strophe im Osten Japans einen Bericht über die - nach Meinung dieser Orga­ni­sa­tion - völlig unzu­rei­chende Entschä­di­gungs­praxis der Tokyo Electric Power Company (TEPCO) als Betreiber des Kern­kraft­werkes Fukus­hima und zur Verant­wor­tung führender Unter­nehmen am Reak­tor­un­fall, die aller­dings aufgrund der herr­schenden Rechts­lage nicht in deren Betei­li­gung an Entschä­di­gungen mündete, veröf­fent­licht:

Von Inter­esse in diesem Zusam­men­hang ist viel­leicht, daß TEPCO selbst in verschie­denen Memo­randen und Stra­te­gie­pa­pieren seit Mitte des vergan­genen Jahres etwa den Bedarf einer erheb­lich höheren finan­zi­ellen Unter­stüt­zung seitens des japa­ni­schen Staates zu begründen versucht, um möglichst schnell die unter­neh­me­ri­sche Unab­hän­gig­keit wieder­er­langen zu können: z.B. in einem Konzept unter dem Titel „Management-​Vorhaben zur Rege­ne­ra­tion” (再生への経営方針 saisei no keiei hôshin) vom 7. November 2012: (PDF in japa­ni­scher Sprache).

Die Betei­li­gung des japa­ni­schen Staates an diesen Entschä­di­gungs­leis­tungen erfolgt vorwie­gend auf der Grund­lage folgender recht­li­cher Bestim­mungen, deren Titel hier in vergleichs­weise freier Über­set­zung wieder­ge­geben werden:

  • des „Gesetzes bezüg­lich der Entschä­di­gung von Kern­ener­gie­schäden” (原子力損害の賠償に関する法律 gens­hiryoku songai no baishô ni kan suru hôritsu, Link in japa­ni­scher Sprache),
  • des „Gesetzes bezüg­lich einer Kompen­sa­ti­ons­ver­ein­ba­rung für Scha­dens­er­satz bei Kern­ener­gie­schäden” [zwischen dem Staat und Ener­gie­un­ter­nehmen] (原子力損害賠償補償契約に関する法律 gens­hiryoku songai baishô hoshô keiyaku ni kan suru hôritsu, Link in japa­ni­scher Sprache) und
  • des „Gesetzes eines Unter­stüt­zungs­me­cha­nismus für Scha­dens­er­satz bei Kern­ener­gie­schäden” (原子力損害賠償支援機構法 gens­hiryoku songai baishô shien kikô-​hô, Link in japa­ni­scher Sprache) mit seiner Aner­ken­nung einer „gesell­schaft­li­chen Verant­wor­tung” des Staates, die ihrer­seits mit dem bishe­rigen Voran­treiben der Kern­ener­gie­po­litk („これまで原子力政策を推進してきたことに伴う社会的な責任を負っていることに鑑み”) begründet wird.

Selbstmordrate und Erdbebenkatastrophe 2011

Anfang Juni veröf­fent­lichte die japa­ni­sche Regie­rung durch ihr Kabi­netts­büro ihr „Weiß­buch der Maßnahmen gegen Selbst­mord” (jisatsu taisaku hakusho 自殺対策白書) für das Jahr 2011 (Heisei 23). Dieser Statistik zufolge nahmen sich 2011 30.651 Menschen in Japan das Leben. Im Vergleich zu der statis­ti­schen Erhe­bung des Vorjahres bedeutet dies eine Redu­zie­rung der Frei­tode um ca. 3,3% (2010: 31.690). Erst­mals nach 14 Jahren sei somit die jähr­liche Anzahl der Selbst­morde in Japan wieder unter 31.000 gesunken. Unter­su­chungen der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) belegen, daß Japan unter den acht führenden Indus­trie­na­tionen der Welt hinter Rußland die zweit­höchste durch­schnitt­liche Selbst­mord­rate auf 100.000 Einwohner zu verzeichnen hat.

Was nun aber gegen­wärtig der Regie­rung Sorgen bereitet, ist der sprung­hafte Anstieg der Selbst­mord­fälle im zweiten Quartal 2011. Im April nahmen sich 2711 (2010: 2585), im Mai 3375 (2010: 2782) und im Juni 3037 Menschen (2010: 2780) das Leben. Wurde im vergan­genen Jahr noch etwa der Freitod des Erotik­mo­dells (gurabia aidoru グラビアアイドル) und TV-„Sternchens” Uehara Miyu (上原美優, 1987-​2011) am 12.05.2011 dazu heran­ge­zogen, die unty­pisch anstei­gende Selbst­mord­rate im zweiten Quartal 2011 in der Alters­gruppe der 20- bis 30-​jährigen Frauen zu erklären, steht nunmehr die „Erdbe­ben­ka­ta­strophe im Osten Japans” (Higashi-​Nihon dais­hinsai 東日本大震災) vom 11.03.2011 im Fokus der Analyse. Weiter­lesen