Henry St. John Bolingbroke (1678-​1751) zum Brexit

Nur zur Abwechs­lung und ausnahms­weise eine Fund­sache zu einem nicht-​japanbezogenen Thema:

Fast könnte man den Eindruck gewinnen, Henry St. John, 1. Viscount Boling­broke, einer der briti­schen Philo­so­phen in der Zeit der Aufklä­rung und ein zeit­ge­nös­sisch nicht unum­strit­tener Poli­tiker, habe den Austritt des Verei­nigten König­reichs aus der Euro­päi­schen Union vorher­ge­sehen. Es scheint zumin­dest, als hätte er ihn befür­wortet.

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Ob nun aber das Verei­nigte König­reich tatsäch­lich über jene „über­na­tür­liche Kraft” eines „Gottes” verfügt, der nicht einzu­schalten ist, wenn diese nicht zur Entwick­lung erfor­der­lich ist, mag dahin­ge­stellt bleiben.

Wichtiges Hilfsmittel: „Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften” erschienen

rekishigaku_hpAuf „Clio online”, dem „Fach­portal für die Geschichts­wis­sen­schaften”, ist dieser Tage aus fremder Feder ein wich­tiges Tool erschienen, mit dem viele Fragen im Fach zur Online-​Recherche beant­wortet werden dürften und auf das hinzu­weisen sich lohnt:

Busse, Laura/​ Enderle, Wilfried/​ Hohls, Rüdiger/​ Horst­kemper, Gregor/​ Meyer, Thomas/​ Prell­witz, Jens/​ Schuh­mann, Annette (Hg.): Clio Guide. Ein Hand­buch zu digi­talen Ressourcen für die Geschichts­wis­sen­schaften. Berlin 2016 (= Histo­ri­sches Forum, Bd. 19).

Absicht dieser Publi­ka­tion, die einer­seits als PDF, ande­rer­seits auf den Seiten des Fach­por­tals aufge­rufen werden kann, sei „die aktu­elle Kartie­rung des Feldes der digi­talen Fach­in­for­ma­tion der Geschichts­wis­sen­schaft.”

In der Absicht der Heraus­geber, „möglichst umfas­send den Stand der digi­talen Geschichts­wis­sen­schaft und ihrer Hilfs­mittel zu euro­päi­schen und außer­eu­ro­päi­schen Regionen durch jeweils eigene Guides” abzu­bilden, enthält dieses Hand­buch auch eine umfas­sende Darstel­lung der digi­talen Ressourcen für die histo­ri­sche Japan­for­schung:

Weber, Torsten/​ Krickel, Nina C.: „Japan.” In: Busse, Laura/​ Enderle, Wilfried/​ Hohls, Rüdiger/​ Horst­kemper, Gregor/​ Meyer, Thomas/​ Prell­witz, Jens/​ Schuh­mann, Annette (Hg.): Clio Guide. Ein Hand­buch zu digi­talen Ressourcen für die Geschichts­wis­sen­schaften. Berlin 2016 (= Histo­ri­sches Forum, Bd. 19).

Die Erdbeben auf Kyûshû vom April 2016 & die Demagogie

Seitdem am 14. April die südlichste der vier japa­ni­schen Haupt­in­seln, Kyûshû, mit der Präfektur Kuma­moto im Fokus von einem schweren Erdbeben getroffen wurde, dem seither in einer unun­ter­bro­chenen Kette zum Teil noch weit schwere „Nach­beben” folgen, brodelt die Gerüch­te­küche in den sozialen Netz­werken. Es sind diese - nichts zuletzt psychi­schen - Ausnah­me­si­tua­tionen, die der Verbrei­tung von Gerüchten Vorschub leisten, wenn auch die Anony­mität des Inter­nets heut­zu­tage dabei inzwi­schen förder­lich sein mag. Manche Gerüchte nehmen dabei gar nicht zwin­gend in der betrof­fenen Region ihren Ausgang, sondern werden aus falsch­ver­stan­denem „Spaß” andern­orts hämisch „kompo­niert”.  Gleich­wohl fühlt man sich wie auf einer Zeit­reise - in den September 1923 und nach Tôkyô, als Verleum­dungen, von der zeit­ge­nös­si­schen Pres­se­be­richt­erstat­tung flan­kiert, zu gewalt­samen Ausschrei­tungen gegen die korea­ni­sche Minder­heit in der japa­ni­schen Haupt­stadt­re­gion nach dem schweren Kantô-​Erdbeben vom 1. September 1923 (Kantô dais­hinsai, 関東大震災) führten. Ähnlich üble Gerüchte, japa­nisch デマ (dema, von: Demagogie), wie damals werden jetzt gerade, in dem Moment, in dem dieser kurze Beitrag entsteht, im Kontext des Kumamoto-​Erdbebens über den Kurz­nach­rich­ten­dienst Twitter in statt­li­cher Zahl verbreitet: Weiter­lesen

Update: „Bibliographie zur historischen Japanforschung”

rotIch habe in den letzten Tagen intensiv an der „Biblio­gra­phie zur histo­ri­schen Japan­for­schung” gear­beitet. Inzwi­schen stehen in diesem frei zugäng­li­chen Inter­net­tool mehr als 1600 biblio­gra­phi­sche Daten­sätze deutsch­spra­chiger Publi­ka­tionen zur japa­ni­schen Geschichte für die Recherche zur Verfü­gung.

Neue Publikation: 1969年の日独外務省政策企画協議と日本の核武装問題

deckblatt_es15Hier noch­mals ein Hinweis zu meinem Forschungs­pro­jekt bezüg­lich des Japan­be­suchs von Egon Bahr (SPD) 1969 im Kontext der deutsch-​japanischen Bezie­hungen & zeit­ge­nös­si­scher Diskus­sionen über eine atomare Bewaff­nung Japans. Als Abschluß dieses Forschungs­vor­ha­bens ist jetzt ein Aufsatz in japa­ni­scher Sprache von mir erschienen.

この度、私が1969年の日独外務省政策企画協議と日本の核武装問題をテーマに執筆した論文が東京大学大学院総合文化研究科附属グローバル地域研究機構/ドイツ・ヨーロッパ研究センター編集『ヨーロッパ研究』第15号に掲載されましたので、ここにお知らせいたします。

マイク・ヘンドリク・シュプロッテ(2016年):「日独外務省政策企画協議と日本の核武装問題―エゴン・バールと1969年の日本訪問―」、『ヨーロッパ研究』、第15号、29-41頁. 論文のフル・テキストはこちらです。

Neue Arbeitspapiere des Internationalen Graduiertenkollegs Halle Tôkyô

Logo IGK smallIn der von mir mither­aus­ge­ge­benen Publi­ka­ti­ons­reihe „‚Formen­wandel der Bürger­ge­sell­schaft’ - Arbeits­pa­piere des Inter­na­tio­nalen Gradu­ier­ten­kol­legs Halle Tôkyô” sind drei neue, sehr lesens­werte Texte erschienen, die im Voll­text zur Verfü­gung stehen:

♦ Nummer 17: Tono­mura, Masaru (2015): Die Erin­ne­rung an die Kolo­nien im Japan der Nach­kriegs­zeit.

♦ Nummer 18: Azaryahu, Maoz (2015): Öffent­li­ches Erin­nern - Die Zivil­ge­sell­schaft, der Staat und die Gestal­tung des natio­nalen Geden­kens in Israel.

♦ Nummer 19: Briese, Olaf (2015): Frei­wil­lige Feuer­wehren im 19. Jahr­hun­dert. Erfolge - Miss­er­folge - Behin­de­rungen.

Programm der 26. Tagung der „Initiative zur historischen Japanforschung” (31.10/1.11.2015, Würzburg)

Das Prgramm der von mir gemeinsam mit Till Knaudt (Heidel­berg) orga­ni­sierten 26. Tagung der „Initia­tive zur histo­ri­schen Japan­for­schung” steht. Diese Tagung wird am 31. Oktober und 1. November 2015 im Siebold-​Museum in Würz­burg statt­finden. Das Programm der Tagung findet sich hier auf der Inter­net­seite der Initia­tive. Bis zum 25. Oktober bitten wir an der Teil­nahme Inter­es­sierte, sich anzu­melden.