Publikation: „Zum Stellenwert der Geschichte im politischen Diskurs Ostasiens”

historie 2014Vor einiger Zeit berich­tete ich bereits, daß ich im Februar 2014 als Kommen­tator eines Vortrags, in dem Prof. Dr. Nis­hiy­ama Akiyo­shi 西山暁義 (Kyôritsu Women’s Uni­ver­sity, Kyôritsu joshi dai­gaku 共立女子大学) zu „Im Fer­nos­ten nichts Neues? Per­spek­ti­ven trans­na­tio­na­ler Geschichts­wahr­neh­mung auf das natio­na­lis­ti­sche Ost­asien“ im Rah­men des Klaus Zer­nack Col­lo­qui­ums und sei­ner Vor­trags­reihe „Geschichte im öffent­li­chen Raum“ sprach, an das Zen­trum für His­to­ri­sche For­schung Ber­lin der Pol­ni­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten einge­laden wurde.

Mein Kommentar - als Versuch der Einbet­tung ostasia­ti­scher Geschichts­de­batten in den aktu­ellen poli­ti­schen Kontext der Region - ist nun, ebenso wie der über­ar­bei­tete Vortrags­text von Prof. Nishiyama (S. 323-​337), in verschrift­lichter Form erschienen:

Sprotte, Maik Hendrik (2014): „Zum Stel­len­wert der Geschichte im poli­ti­schen Diskurs Ostasiens. Gedan­ken­splitter zum Beitrag von Nishiyama Akiyoshi.” In: Historie. Jahr­buch des Zentrums für Histo­ri­sche Forschung Berlin der Polni­schen Akademie der Wissen­schaften, Folge 7, 2013/​2014, Leverkusen-​Opladen: Budrich UniPress, S. 338-​343.

Publikation: Egon Bahrs Japanbesuch 1969 und die Frage einer japanischen Atombewaffnung

Forschungsprojekt: Egon Bahrs Japanbesuch 1969 - Ein Moment des japanischen "nuclear hedging"

Im Oktober 2010 schlugen in Japan die Wellen hoch, als der öffentlich-​rechtliche Fern­seh­sender NHK in einer Doku­men­ta­tion mit dem Titel „Japan, das ‚Atom­bom­ben‘ zu besit­zen wünschte: die unbe­kannte Wahr­heit über das Land, das zum Opfer von Atom­bom­ben wurde“ (‚kaku‘ o moto­meta Nihon: hiba­ku­koku ga shira­re­zaru shin­jitsu 「核」を求めた日本 - 被爆国が知られざる真実) ein Memo­randum aus dem Jahr 1969 vorstellte, in dem der SPD-​Politiker Egon Bahr, damals Leiter des Planungs­stabes des Auswär­tigen Amtes der Bundes­re­pu­blik, über die ersten Konsul­ta­tionen des Stabes mit seinem Pendant in Tôkyô berich­tete und dabei streng vertrau­liche Aussagen japa­ni­scher Dele­ga­ti­ons­mit­glieder zu der Option einer eigen­stän­digen japa­ni­schen Atom­be­waff­nung in dem mögli­chen japa­ni­schen Streben nach dem Status einer „Super­macht” erwähnte. Nachdem im Kontext der Havarie des Atom­kraft­werks Fukus­hima I unmit­telbar nach dem schweren Erdbeben im Osten Japans am 11. März 2011 auf einer japa­no­lo­gi­schen Mailing­liste auf einen Artikel eines japa­ni­schen Poli­tik­wis­sen­schaftler hinge­wiesen worden war, der diesen Sach­ver­halt kritisch beur­teilte, war mein Inter­esse geweckt. Gerade eben konnte ich zu dieser Thematik einen Aufsatz veröf­fent­li­chen:

Sprotte, Maik Hendrik (2014): Egon Bahr und sein Japan-​Besuch 1969: Japa­ni­sche Atom­waf­fen als ‚Frage des Wil­lens, nicht des Kön­nens‘?“ In: Fakul­tät für Ost­asi­en­wis­sen­schaf­ten der Ruhr-​Universität Bochum (Hg.): Bochu­mer Jahr­buch zur Ost­asi­en­for­schung (BJOAF). Mün­chen: Iudi­cium, 36 /​ 2012, S. 213-​247.

Ich habe mein Publi­ka­ti­ons­ver­zeichnis entspre­chend auf den neuesten Stand gebracht.