
Bericht der Takaoka shinpô über Demonstrationen im Rahmen der „Reisunruhen“ 米騒動 vom 7. August 1918
In der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 1918 weigerten sich in dem Örtchen Uozu in der Präfektur Toyama Frauen Reissäcke zur Verladung auf Schiffe zu tragen, eine Tätigkeit, mit der sie wirtschaftlich ihre Famlien unterstützten. Dieses Ereignis bot den Auftakt zu landesweiten Unruhen wegen eines über ein erträgliches Maß gestiegenen Reispreises, den so genannten „Reisunruhen“ (kome sôdô 米騒動). Diesen Reisunruhen widmete sich der Deutschlandfunk in seiner Serie „Kalenderblatt“ mit einem Beitrag unter dem Titel „Vor 100 Jahren – Als in Japan die ‚Reisunruhen‘ begannen“ von Almut Finck. An diesem Beitrag habe ich mitgewirkt. Dieses Kalenderblatt vom 23. Juli 2018 ist hier auf der Internetseite des Deutschlandfunks verschriftlicht.





Während eines Forschungsaufenthaltes an der Waseda-Universität in Tôkyô, der vor wenigen Tagen endete, führte mich mein Weg von meiner Unterkunft zur Universitätsbibliothek immer an diesem Café vorbei. Innerlich schmunzelte ich unvermittelt. Die Gedanken reisten dann in meine Vergangenheit, die länger als meine Zukunft sein dürfte. Damals, „als Napoleon auf Moskau ging“, so gegen Ende der 1970er Jahre, verpaßte uns ein wohlmeinender Deutschlehrer ein Abonnement für das Staatstheater Braunschweig – eine bunte Platte aus Oper, Theater, Ballett. Alles in allem war das keine schlechte Erfahrung, wenn auch für einen Teenager (und heute wohl noch immer für mich) 5 oder 6 Stunden „Faust, Zweiter Teil“ doch etwas over the top waren und ich noch gut erinnere, wie groß die Gefahr war, als im „Schwanensee“ der Prinz bei einer Hebefigur die Primaballerina assoluta des Corps de ballet jenes niedersächsischen Städtchens – ein kleines „Pummelchen“ – beinahe in den Zuschauerraum „weitergereicht“ hätte.