Seit jenem Tag seien zehn Jahre vergangen, sagen sie. Am 11. März 2011, einem in meiner vielleicht trügerischen Erinnerung sonnigen Tag, bebte um 14:46 Uhr die Erde. Obwohl nur in der Peripherie, in Tôkyô, konnte man sich nicht auf den Beinen halten.
Wassertanks auf Hausdächern barsten. Scheiben eines alten Gebäudes, vielleicht einer Turnhalle, brachen. Nachdem man sich erst zwischen zwei Hochschulgebäuden auf dem Komaba-Campus der Universität von Tôkyô aufgehalten hatte, suchte man doch weise Schutz auf der weite Fläche eines Sportplatzes. Nachbeben! Mal stärker, mal schwächer. Über Tage wird man lernen, daß nach dem Beben vor dem nächsten ist. Weiterlesen


Am 26. Juni 2013 habe ich am Ostasiatischen Institut (Japanologie) der Universität Leipzig einen Vortrag mit dem Titel „Die ‚Nachrichten des Windes‘ (kaze no tayori 風の便り): Zur Wirkung von Gerüchten (uwasa 噂) und Falschmeldungen (ryûgen higo 流言蜚語) in den Erdbebenkatastrophen 1923 und 2011“ gehalten. Dieser Vortrag wurde mitgeschnitten und ist nun auf den