Vortrag über „Gerüchte & Fake News in der Geschichte Japans“ (Berlin, 14.02.2019)

Am Don­ners­tag, den 14. Febru­ar 2019 hal­te ich in der Mori-Ôgai-Gedenkstätte der Humboldt-Universität zu Ber­lin (Lui­sen­str. 39, 10117 Ber­lin) ab 18:15 Uhr einen Vor­trag mit dem Titel: „Von der Blut­steu­er zu ‚Brun­nen­ver­gif­tern‘ – über Gerüch­te & Fake News in der Geschich­te Japans“.

Das Gerücht als „ältes­tes Medi­um der Welt“ (Jean-Noël Kap­fe­rer) umgibt uns in all­täg­li­chen Situa­tio­nen und ver­fügt nur über eine begrenz­te Wir­kung, soweit es sich in einem Zustand rela­ti­ver Ruhe, des Frie­dens auf der gesell­schaft­li­chen Ebe­ne sowie poli­ti­scher und wirt­schaft­li­cher Sta­bi­li­tät ent­wi­ckelt und ver­brei­tet. Sobald aber eine Kri­sen­si­tua­ti­on eine Gesell­schaft oder ihre Teil­be­rei­che erfasst, ent­fal­ten Gerüch­te eine Wir­kung, die es erfor­der­lich macht, ihre Ent­ste­hung und Ver­brei­tung bes­ser zu ver­ste­hen. Die Ana­ly­se der Inhal­te, der Ver­brei­tungs­we­ge sowie der Fol­gen spe­zi­fi­scher Gerüch­te bzw. pro­mi­nen­ter Fake News inner­halb des japa­ni­schen Gemein­we­sens wer­den im Zen­trum die­ses Vor­tra­ges ste­hen. In einem lan­gen his­to­ri­schen Bogen vom 12. bis ins 21. Jahr­hun­dert wer­den aus­ge­wähl­te Gerüch­te sowie deren gele­gent­lich gewalt­haf­te Wir­kungs­macht vor­ge­stellt und kon­tex­tua­li­siert. Wenn auch ein japa­ni­sches Sprich­wort die Lebens­dau­er eines Gerüchts auf „nur“ 75 Tage beschränkt, wird gezeigt wer­den, dass sich man­che ihrer Inhal­te in nahe­zu unver­än­der­ter Form und jen­seits logi­scher Zugän­ge einer „ent­zau­ber­ten Welt“ bis ins Japan der Gegen­wart als sehr viel bestän­di­ger erwie­sen haben.

Bibliographie zur historischen Japanforschung“: 1700 Datensätze

rotIn dem von mir admi­nis­trier­ten, frei zugäng­li­chen Inter­net­tool der “Biblio­gra­phie zur his­to­ri­schen Japan­for­schung” ste­hen Ihnen inzwi­schen 1700 Daten­sät­ze deutsch­spra­chi­ger Publi­ka­tio­nen zur japa­ni­schen Geschich­te für Ihre biblio­gra­phi­sche Recher­che zur Ver­fü­gung. Ein Teil der Daten­sät­ze ist mit dem Voll­text einer Publi­ka­ti­on ver­linkt, soweit er im Inter­net zur Ver­fü­gung steht.

In Kür­ze wird die Biblio­gra­phie auf­grund eines Wechsels des Inter­net­dienst­leis­ters mög­li­cher­wei­se für kur­ze Zeit nicht zur Ver­fü­gung ste­hen. Ver­zö­ge­run­gen in der Erreich­bar­keit sind dann allen­falls tech­ni­schen Unwäg­bar­kei­ten geschul­det. Hier bit­te ich gege­be­nen­falls um Ihr Ver­ständ­nis und bin – noch – recht zuver­sicht­lich, der­ar­ti­ge Schwie­rig­kei­ten ver­gleichs­wei­se schnell lösen zu kön­nen. Bit­te ver­su­chen Sie es dann zu einem spä­te­ren Zeit­punkt erneut.

Wichtiges Hilfsmittel: „Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften“ erschienen

rekishigaku_hpAuf „Clio online“, dem „Fach­por­tal für die Geschichts­wis­sen­schaf­ten“, ist die­ser Tage aus frem­der Feder ein wich­ti­ges Tool erschie­nen, mit dem vie­le Fra­gen im Fach zur Online-Recherche beant­wor­tet wer­den dürf­ten und auf das hin­zu­wei­sen sich lohnt:

Bus­se, Laura/ End­erle, Wilfried/ Hohls, Rüdiger/ Horst­kem­per, Gregor/ Mey­er, Thomas/ Prell­witz, Jens/ Schuh­mann, Annet­te (Hg.): Clio Gui­de. Ein Hand­buch zu digi­ta­len Res­sour­cen für die Geschichts­wis­sen­schaf­ten. Ber­lin 2016 (= His­to­ri­sches Forum, Bd. 19).

Absicht die­ser Publi­ka­ti­on, die einer­seits als PDF, ande­rer­seits auf den Sei­ten des Fach­por­tals auf­ge­ru­fen wer­den kann, sei „die aktu­el­le Kar­tie­rung des Fel­des der digi­ta­len Fach­in­for­ma­ti­on der Geschichts­wis­sen­schaft.“

In der Absicht der Her­aus­ge­ber, „mög­lichst umfas­send den Stand der digi­ta­len Geschichts­wis­sen­schaft und ihrer Hilfs­mit­tel zu euro­päi­schen und außer­eu­ro­päi­schen Regio­nen durch jeweils eige­ne Gui­des“ abzu­bil­den, ent­hält die­ses Hand­buch auch eine umfas­sen­de Dar­stel­lung der digi­ta­len Res­sour­cen für die his­to­ri­sche Japan­for­schung:

Weber, Torsten/ Kri­ckel, Nina C.: „Japan.“ In: Bus­se, Laura/ End­erle, Wilfried/ Hohls, Rüdiger/ Horst­kem­per, Gregor/ Mey­er, Thomas/ Prell­witz, Jens/ Schuh­mann, Annet­te (Hg.): Clio Gui­de. Ein Hand­buch zu digi­ta­len Res­sour­cen für die Geschichts­wis­sen­schaf­ten. Ber­lin 2016 (= His­to­ri­sches Forum, Bd. 19).

Die Erdbeben auf Kyûshû vom April 2016 & die Demagogie

Seit­dem am 14. April die süd­lichs­te der vier japa­ni­schen Haupt­in­seln, Kyûs­hû, mit der Prä­fek­tur Kuma­mo­to im Fokus von einem schwe­ren Erd­be­ben getrof­fen wur­de, dem seit­her in einer unun­ter­bro­che­nen Ket­te zum Teil noch weit schwe­re „Nach­be­ben“ fol­gen, bro­delt die Gerüch­te­kü­che in den sozia­len Netz­wer­ken. Es sind die­se – nichts zuletzt psy­chi­schen – Aus­nah­me­si­tua­tio­nen, die der Ver­brei­tung von Gerüch­ten Vor­schub leis­ten, wenn auch die Anony­mi­tät des Inter­nets heut­zu­ta­ge dabei inzwi­schen för­der­lich sein mag. Man­che Gerüch­te neh­men dabei gar nicht zwin­gend in der betrof­fe­nen Regi­on ihren Aus­gang, son­dern wer­den aus falsch­ver­stan­de­nem „Spaß“ andern­orts hämisch „kom­po­niert“.  Gleich­wohl fühlt man sich wie auf einer Zeit­rei­se – in den Sep­tem­ber 1923 und nach Tôkyô, als Ver­leum­dun­gen, von der zeit­ge­nös­si­schen Pres­se­be­richt­erstat­tung flan­kiert, zu gewalt­sa­men Aus­schrei­tun­gen gegen die korea­ni­sche Min­der­heit in der japa­ni­schen Haupt­stadt­re­gi­on nach dem schwe­ren Kantô-Erdbeben vom 1. Sep­tem­ber 1923 (Kan­tô dais­hin­sai, 関東大震災) führ­ten. Ähn­lich üble Gerüch­te, japa­nisch デマ (dema, von: Dem­ago­gie), wie damals wer­den jetzt gera­de, in dem Moment, in dem die­ser kur­ze Bei­trag ent­steht, im Kon­text des Kumamoto-Erdbebens über den Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter in statt­li­cher Zahl ver­brei­tet: Wei­ter­le­sen

Update: „Bibliographie zur historischen Japanforschung“

rotIch habe in den letz­ten Tagen inten­siv an der „Biblio­gra­phie zur his­to­ri­schen Japan­for­schung“ gear­bei­tet. Inzwi­schen ste­hen in die­sem frei zugäng­li­chen Inter­net­tool mehr als 1600 biblio­gra­phi­sche Daten­sät­ze deutsch­spra­chi­ger Publi­ka­tio­nen zur japa­ni­schen Geschich­te für die Recher­che zur Ver­fü­gung.

Neue Publikation: 1969年の日独外務省政策企画協議と日本の核武装問題

deckblatt_es15Hier noch­mals ein Hin­weis zu mei­nem For­schungs­pro­jekt bezüg­lich des Japan­be­suchs von Egon Bahr (SPD) 1969 im Kon­text der deutsch-japanischen Bezie­hun­gen & zeit­ge­nös­si­scher Dis­kus­sio­nen über eine ato­ma­re Bewaff­nung Japans. Als Abschluß die­ses For­schungs­vor­ha­bens ist jetzt ein Auf­satz in japa­ni­scher Spra­che von mir erschie­nen.

この度、私が1969年の日独外務省政策企画協議と日本の核武装問題をテーマに執筆した論文が東京大学大学院総合文化研究科附属グローバル地域研究機構/ドイツ・ヨーロッパ研究センター編集『ヨーロッパ研究』第15号に掲載されましたので、ここにお知らせいたします。

マイク・ヘンドリク・シュプロッテ(2016年):「日独外務省政策企画協議と日本の核武装問題―エゴン・バールと1969年の日本訪問―」、『ヨーロッパ研究』、第15号、29-41頁. 論文のフル・テキストはこちらです。

Neue Arbeitspapiere des Internationalen Graduiertenkollegs Halle Tôkyô

Logo IGK smallIn der von mir mit­her­aus­ge­ge­be­nen Publi­ka­ti­ons­rei­he „ ‚For­men­wan­del der Bür­ger­ge­sell­schaft‘ – Arbeits­pa­pie­re des Inter­na­tio­na­len Gra­du­ier­ten­kol­legs Hal­le Tôkyô“ sind drei neue, sehr lesens­wer­te Tex­te erschie­nen, die im Voll­text zur Ver­fü­gung ste­hen:

♦ Num­mer 17: Tono­mu­ra, Masaru (2015): Die Erin­ne­rung an die Kolo­ni­en im Japan der Nach­kriegs­zeit.

♦ Num­mer 18: Aza­rya­hu, Maoz (2015): Öffent­li­ches Erin­nern – Die Zivil­ge­sell­schaft, der Staat und die Gestal­tung des natio­na­len Geden­kens in Isra­el.

♦ Num­mer 19: Brie­se, Olaf (2015): Frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren im 19. Jahr­hun­dert. Erfol­ge – Miss­erfol­ge – Behin­de­run­gen.