Vortrag zur „Taishô‐Demokratie oder von der Geschichte als Massenveranstaltung“ (14.12.2018, Halle/Saale)

Am 13. & 14. Dezem­ber 2018 fin­det an der Leo­pol­di­na – Natio­na­le Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten in Hal­le / Saa­le ein Inter­na­tio­na­les Sym­po­si­um zu „Das Erbe der Meiji‐Restauration: Wege zur libe­ra­len Demo­kra­tie 1868–2018“ als Koope­ra­ti­on der Uni­ver­si­tät Halle‐Wittenberg (Prof. Dr. Foljanty‐Jost), des Japanisch‐Deutschen Zen­trums Ber­lin & The Japan Foun­da­ti­on, Tōkyō statt.

Mit einem Vor­trag über „Die Taishô‐Demokratie oder von der Geschich­te als Mas­sen­ver­an­stal­tung“ wer­de auch ich einen Bei­trag zu die­ser Kon­fe­renz leis­ten.

Vortrag zur „Vorgeschichte des Frauenwahlrechts in Japan bis 1946“ (Heidelberg, 19.11.2018)

Anläss­lich des 100‐jährigen Jubi­lä­ums der Ein­füh­rung des Frau­en­wahl­rechts im Deut­schen Reich 1918 ver­an­stal­tet das „Insti­tut für Über­set­zen und Dol­met­schen“ der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg in sei­ner „Mon­tags­kon­fe­renz“ im Win­ter­se­mes­ter 2018/19 eine Vor­le­sungs­rei­he unter dem Titel „Frau­en­rech­te Ges­tern und Heu­te – Anspruch und Wirk­lich­keit“. In die­ser Ring­vor­le­sung wer­den his­to­ri­sche und gegen­warts­be­zo­ge­ne Fra­ge­stel­lun­gen hin­sicht­lich der gesell­schaft­li­chen Stel­lung der Frau in ver­schie­de­nen Län­dern in den Blick genom­men. Zugleich dient die­se Ver­an­stal­tung, deren Vor­trä­ge und Dis­kus­sio­nen in die deut­sche, eng­li­sche, fran­zö­si­sche, ita­lie­ni­sche, japa­ni­sche, por­tu­gie­si­sche, rus­si­sche und spa­ni­sche Spra­che gedol­metscht wer­den, dazu, für die Stu­die­ren­den des Insti­tuts eine Arbeits­si­tua­ti­on zu simu­lie­ren.

Am 19. Novem­ber 2018 darf auch ich dazu mit einem Vor­trag über die „Vor­ge­schich­te des Frau­en­wahl­rechts in Japan bis 1946“ einen Bei­trag leis­ten.
Unge­ach­tet einer Wahl­rechts­ent­wick­lung in Japan, die schritt­wei­se den Kreis männ­li­cher Wahl­be­rech­tig­ter erwei­ter­te, erhiel­ten die japa­ni­schen Frau­en erst ver­gleichs­wei­se spät, im Dezem­ber 1945, auf Anwei­sung des Ober­kom­man­die­ren­den der Alli­ier­ten Streit­kräf­te nach der Nie­der­la­ge Japans im Asiatisch‐Pazifischen Krieg (1931–45) das Wahl­recht. In mei­nem Vor­trag wer­de ich im lan­gen Bogen, vom Ende der 1870er Jah­re bis zur tat­säch­li­chen Errin­gung des Frau­en­wahl­rechts 1945 und den ers­ten all­ge­mei­nen Wah­len in Japan im April 1946, den Kampf japa­ni­scher Frau­en um ihre Par­ti­zi­pa­ti­ons­rech­te, wich­ti­ge Akteu­re und Hin­der­nis­se im Kon­text der japa­ni­schen Frau­en­wahl­rechts­be­we­gung vor­stel­len.

Vortrag zum „Moses & Jesus in Japan“-Narrativ bei der „Initiative zur historischen Japanforschung“ (Leipzig, 3./4.11.2018)

Am 3. und 4. Novem­ber 2018 fin­det an der Japa­no­lo­gie der Uni­ver­si­tät Leip­zig die 32. Tagung der „Initia­ti­ve zur his­to­ri­schen Japan­for­schung“, deren Pro­gramm gera­de ver­öf­fent­licht wur­de, statt. Bis 20. Okto­ber sind Anmel­dung zu die­ser kos­ten­frei­en Tagung mög­lich.

Dort wer­de ich einen Vor­trag zu „Ex ori­en­te lux – Über das Nar­ra­tiv eines Lebens und Ster­bens von Moses und Jesus Chris­tus in Japan“ hal­ten. Neben einem Moses‐Grab in Hôdatsu‐Shimizu in der Prä­fek­tur Ishi­ka­wa fin­det sich in Japan auch ein Christus‐Grab im Dorf Shin­go in der Prä­fek­tur Aom­ori. Deren mut­maß­li­che „Ent­de­ckun­gen“ in den 1930er Jah­ren sind nicht etwa in einem christ­li­chen Kon­text ver­ständ­lich, son­dern einem grö­ße­ren Kor­pus von Tex­ten und Arte­fak­ten, den Takeuchi‐Dokumenten (Takeu­chi mon­jo 竹内文書), geschul­det, von denen eine brei­te­re japa­ni­sche Öffent­lich­keit in den 1920er Jah­ren Kennt­nis erhielt. Die­ser Text­kor­pus lie­fer­te die Begrün­dung für eine, den durch die Macht­ha­ber pro­pa­gier­ten Über­zeu­gun­gen der Zeit völ­lig zuwi­der­lau­fen­de „Reichs­ge­schich­te“ Japans, die sich auf­grund ihrer Inhal­te weit eher als „Welt­ge­schich­te“ offen­bar­te. Die etwa 4000 Tex­te und Arte­fak­te prä­sen­tier­ten sich als ein Kom­pen­di­um von Doku­men­ten und Gegen­stän­den, das die gesam­te Span­ne der japa­ni­schen Geschich­te, von der Schöp­fung der Welt bis in die Anfangs­jah­re der Meiji‐Zeit, abzu­de­cken schien. Neben Auf­zeich­nun­gen auf Baum­rin­de, Leder oder Papier gehör­ten zu der Samm­lung eben­so Stei­ne mit ver­schie­de­nen, vor­nehm­lich in „Schrift­zei­chen der Göt­ter­zeit“ (kami­yo moji, auch jin­dai moji 神代文字) aus­ge­führ­ten Inschrif­ten. Als hei­li­ge Schrif­ten einer in Shintô‐Tradition ste­hen­den Neu­en Reli­gi­on (shintô‐kei shin‐shûkyô 神道系新宗教) las­sen sich die Takeuchi‐Dokumente in ihrer religions‐ und poli­tik­wis­sen­schaft­li­chen Exege­se unter dem Dach des reli­giö­sen Fun­da­men­ta­lis­mus und Natio­na­lis­mus, hier des Shintô‐Nationalismus, ver­or­ten. In mei­nem Vor­trag wer­de ich unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung einer „Moses & Jesus in Japan“-Legende das Augen­merk auf die Inhal­te der Doku­men­te, die gleich­wohl weit­ge­hend als Fäl­schun­gen zu klas­si­fi­zie­ren sind, sowie auf die Ent­ste­hung der orga­ni­sa­to­ri­schen Struk­tur die­ser heu­te noch bestehen­den Neu­en Reli­gi­on und ihre auch zeit­ge­nös­sisch straf­recht­lich rele­van­te Geschich­te bis 1945 rich­ten.

Mitwirkung an Radiofeature zu den „Reisunruhen“ 1918, „Kalenderblatt“ beim Deutschlandfunk (23. Juli 2018)

Bericht der Takao­ka shin­pô über Demons­tra­tio­nen im Rah­men der „Rei­s­un­ru­hen“ 米騒動 vom 7. August 1918

In der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 1918 wei­ger­ten sich in dem Ört­chen Uozu in der Prä­fek­tur Toya­ma Frau­en Reis­sä­cke zur Ver­la­dung auf Schif­fe zu tra­gen, eine Tätig­keit, mit der sie wirt­schaft­lich ihre Fam­li­en unter­stütz­ten. Die­ses Ereig­nis bot den Auf­takt zu lan­des­wei­ten Unru­hen wegen eines über ein erträg­li­ches Maß gestie­ge­nen Reis­prei­ses, den so genann­ten „Rei­s­un­ru­hen“ (kome sôdô 米騒動). Die­sen Rei­s­un­ru­hen wid­me­te sich der Deutsch­land­funk in sei­ner Serie „Kalen­der­blatt“ mit einem Bei­trag unter dem Titel „Vor 100 Jah­ren – Als in Japan die ‚Rei­s­un­ru­hen‘ began­nen“ von Almut Finck. An die­sem Bei­trag habe ich mit­ge­wirkt. Die­ses Kalen­der­blatt vom 23. Juli 2018 ist hier auf der Inter­net­sei­te des Deutsch­land­funks ver­schrift­licht.

Vorträge anläßlich der „Langen Nacht der Wissenschaften“ (9. Juni 2018, Freie Universität Berlin)

Am 9. Juni 2018 fin­det von 17:00 bis 24:00 Uhr in Pots­dam & Ber­lin die „Lan­ge Nacht der Wis­sen­schaf­ten“ statt. Die Japa­no­lo­gie der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin ist mit einem Pro­gramm unter dem Titel „Japan – fern­ab von Fuku­shi­ma“ mit­ten­drin. Im Rah­men die­ses Pro­gramms bin ich mit zwei Vor­trä­gen ver­tre­ten:

Von 17:00 bis 18:00 Uhr spre­che ich zu Kin­dern im Alter von 6 bis 12 Jah­ren (und zu Per­so­nen mit kind­li­chem Gemüt) über „Samu­rai – die ‚Rit­ter‘ Japans“ (Freie Uni­ver­si­tät Ber­lin, Holz­lau­be, Raum OG, 1.2051).
Was soll­te einem in den Sinn kom­men, wenn man von Samu­rai hört? Kämp­fer? Rit­ter? Die Samu­rai waren viel mehr! Sie waren Gelehr­te, Dich­ter und Beam­te. Von ihren Auf­ga­ben, ihrem Leben und ihrer Bedeu­tung in der japa­ni­schen Geschich­te han­delt die­ser Vor­trag.

Von 22:00 bis 23:00 Uhr hal­te ich einen Vor­trag unter dem Titel „ ‚Gast bin ich in frem­dem Land‘ − Das Nar­ra­tiv über Leben und Ster­ben von Moses und Jesus Chris­tus in Japan“ (Freie Uni­ver­si­tät Ber­lin, Holz­lau­be, Raum OG, 1.2051).
In Japan befin­den sich ein Moses‐Grab und ein Grab Chris­ti. Was führ­te zur Ent­de­ckung die­ser Grä­ber? In die­sem Vor­trag wer­den religions‐ und poli­tik­wis­sen­schaft­lich hei­li­ge Schrif­ten einer Reli­gi­on ana­ly­siert, deren Ziel sich in den 1930er Jah­ren auf eine Japa­ni­sie­rung des Chris­ten­tums im Kon­text der Geschich­te Japans rich­te­te.

Rezension zu „Transnational Encounters between Germany and Japan“ erschienen

Für die Mai­ling­lis­te H‐Soz‐Kult habe ich eine Publi­ka­ti­on zu den deutsch‐japanischen Bezie­hun­gen rezen­siert.

Joan­ne Miyang Cho / Lee M. Roberts / Chris­ti­an W. Spang (Hrsg.), Trans­na­tio­nal Encoun­ters bet­ween Ger­ma­ny and Japan. Recep­ti­ons of Part­nership in the Nine­teenth and Twen­tieth Cen­tu­ries, Pal­gra­ve Series in Asi­an Ger­man Stu­dies, Basing­s­to­ke, Hamp­shire / New York, NY, Pal­gra­ve Mac­mil­lan, 2015.

Der Text mei­ner Rezen­si­on ist hier zu fin­den.

Am Golde hängt doch alles“ – das „Schriftzeichen des Jahres“ 2016 in Japan

Das Jahr 2017 ist glück­li­cher­wei­se nicht so weit fort­ge­schrit­ten, daß man nicht noch einen kur­zen Rück­blick auf das ver­gan­ge­ne Jahr wer­fen könn­te. Zeit­man­gel und feh­len­de Ruhe las­sen mich als Teil mei­ner noch ver­gleichs­wei­se jun­gen jähr­li­chen Rou­ti­ne der Jah­re 2013, 2014 und 2015 nun erst ver­spä­tet die­sen Blick auf ein Ereig­nis im Dezem­ber 2016 wer­fen, des­sen jähr­li­che Wie­der­kehr sich in Japan einer gewis­sen media­len Auf­merk­sam­keit erfreut: die Bekannt­ga­be des „Schrift­zei­chens des Jah­res“ (koto­shi no kan­ji 今年の漢字). Wie bei uns jähr­lich das „Wort des Jah­res“, von der Gesell­schaft für deut­sche Spra­che (GfdS) ver­kün­det, ein sich dem Ende zunei­gen­des Jahr beson­ders cha­rak­te­ri­sie­ren sol­le, wur­den seit Anfang Novem­ber 2016 von der „Japa­ni­schen Gesell­schaft zur Über­prü­fung der kan­ji-Fähig­keit“ (Nihon kan­ji nôryo­ku ken­tei kyô­kai 日本能力検定協会) wie­der Vor­schlä­ge für ein chi­ne­si­sches Schrift­zei­chen ein­ge­wor­ben, mit dem sich das Jahr 2016 am bes­ten beschrei­ben las­sen soll­te. Am 12. Dezem­ber, dem „Tag des chi­ne­si­schen Schrift­zei­chens“ (kan­ji no hi 漢字の日), wur­de es wie gewöhn­lich in einer kal­li­gra­phi­schen Zere­mo­nie im Kiyomizu‐dera (清水寺), einer der bekann­tes­ten bud­dhis­ti­schen Sehens­wür­dig­kei­ten Kyô­tos, der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt. Nach den Jah­ren 2000 und 2012 fiel zum drit­ten Mal die Wahl mehr­heit­lich auf das Schrift­zei­chen (kin – kon / kane – kana) mit sei­nen Bedeu­tun­gen „Geld“, „Gold“, „gold­far­ben“, „(Edel-)Metall“. Wie viel­fäl­tig die ein­ge­reich­ten Vor­schlä­ge gewe­sen sein müs­sen, zeigt jedoch deut­lich, daß die­ses Schrift­zei­chen mit nur 6.655 von ins­ge­samt abge­ge­be­nen 153.562 Stim­men bzw. einem Stim­men­an­teil von 4,33 % den ers­ten Platz erreich­te. Wei­ter­le­sen