Vortragsankündigungen (November 2014) / 講演のご案内 (2014年11月)

Sind Sie viel­leicht Mit­te Novem­ber in Tôkyô? Auf Ein­la­dung des „Zen­trums für Deutschland- und Euro­pa­stu­di­en“ der Uni­ver­si­tät Tôkyô (DESK, 東京大学ドイツ・ヨーロッパ研究センター) hal­te ich in japa­ni­scher Spra­che am 17. und 23. Novem­ber 2014 auf dem Komaba-Campus die­ser Uni­ver­si­tät im Rah­men ver­schie­de­ner Ver­an­stal­tun­gen fol­gen­de Vor­trä­ge.

11月に東京にいらっしゃいませんか。来たる11月17日と23日に、東京大学ドイツ・ヨーロッパ研究センターで講演をさせていただきます。講演のご案内をお知らせします。 Wei­ter­le­sen

Publikation: „Zum Stellenwert der Geschichte im politischen Diskurs Ostasiens“

historie 2014Vor eini­ger Zeit berich­te­te ich bereits, daß ich im Febru­ar 2014 als Kom­men­ta­tor eines Vor­trags, in dem Prof. Dr. Nis­hiy­ama Akiyo­shi 西山暁義 (Kyô­ritsu Women’s Uni­ver­sity, Kyô­ritsu joshi dai­gaku 共立女子大学) zu „Im Fer­nos­ten nichts Neu­es? Per­spek­ti­ven trans­na­tio­na­ler Geschichts­wahr­neh­mung auf das natio­na­lis­ti­sche Ost­asien“ im Rah­men des Klaus Zer­nack Col­lo­qui­ums und sei­ner Vor­trags­reihe „Geschich­te im öffent­li­chen Raum“ sprach, an das Zen­trum für His­to­ri­sche For­schung Ber­lin der Pol­ni­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten ein­ge­la­den wur­de.

Mein Kom­men­tar – als Ver­such der Ein­bet­tung ost­asia­ti­scher Geschichts­de­bat­ten in den aktu­el­len poli­ti­schen Kon­text der Regi­on – ist nun, eben­so wie der über­ar­bei­te­te Vor­trags­text von Prof. Nis­hi­ya­ma (S. 323–337), in ver­schrift­lich­ter Form erschie­nen:

Sprot­te, Maik Hen­drik (2014): „Zum Stel­len­wert der Geschich­te im poli­ti­schen Dis­kurs Ost­asi­ens. Gedan­ken­split­ter zum Bei­trag von Nis­hi­ya­ma Aki­yo­shi.“ In: His­to­rie. Jahr­buch des Zen­trums für His­to­ri­sche For­schung Ber­lin der Pol­ni­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten, Fol­ge 7, 2013/2014, Leverkusen-Opladen: Bud­rich Uni­Press, S. 338–343.

Publikation: Egon Bahrs Japanbesuch 1969 und die Frage einer japanischen Atombewaffnung

Forschungsprojekt: Egon Bahrs Japanbesuch 1969 - Ein Moment des japanischen "nuclear hedging"

Im Okto­ber 2010 schlu­gen in Japan die Wel­len hoch, als der öffentlich-rechtliche Fern­seh­sen­der NHK in einer Doku­men­ta­ti­on mit dem Titel „Japan, das ‚Atom­bom­ben‘ zu besit­zen wünsch­te: die unbe­kannte Wahr­heit über das Land, das zum Opfer von Atom­bom­ben wur­de“ (‚kaku‘ o moto­meta Nihon: hiba­ku­koku ga shira­re­zaru shin­jitsu 「核」を求めた日本 - 被爆国が知られざる真実) ein Memo­ran­dum aus dem Jahr 1969 vor­stell­te, in dem der SPD-Politiker Egon Bahr, damals Lei­ter des Pla­nungs­sta­bes des Aus­wär­ti­gen Amtes der Bun­des­re­pu­blik, über die ers­ten Kon­sul­ta­tio­nen des Sta­bes mit sei­nem Pen­dant in Tôkyô berich­te­te und dabei streng ver­trau­li­che Aus­sa­gen japa­ni­scher Dele­ga­ti­ons­mit­glie­der zu der Opti­on einer eigen­stän­di­gen japa­ni­schen Atom­be­waff­nung in dem mög­li­chen japa­ni­schen Stre­ben nach dem Sta­tus einer „Super­macht“ erwähn­te. Nach­dem im Kon­text der Hava­rie des Atom­kraft­werks Fuku­shi­ma I unmit­tel­bar nach dem schwe­ren Erd­be­ben im Osten Japans am 11. März 2011 auf einer japa­no­lo­gi­schen Mai­ling­lis­te auf einen Arti­kel eines japa­ni­schen Poli­tik­wis­sen­schaft­ler hin­ge­wie­sen wor­den war, der die­sen Sach­ver­halt kri­tisch beur­teil­te, war mein Inter­es­se geweckt. Gera­de eben konn­te ich zu die­ser The­ma­tik einen Auf­satz ver­öf­fent­li­chen:

Sprot­te, Maik Hen­drik (2014): Egon Bahr und sein Japan-Besuch 1969: Japa­ni­sche Atom­waf­fen als ‚Fra­ge des Wil­lens, nicht des Kön­nens‘?“ In: Fakul­tät für Ost­asi­en­wis­sen­schaf­ten der Ruhr-Universität Bochum (Hg.): Bochu­mer Jahr­buch zur Ost­asi­en­for­schung (BJOAF). Mün­chen: Iudi­cium, 36 / 2012, S. 213–247.

Ich habe mein Publi­ka­ti­ons­ver­zeich­nis ent­spre­chend auf den neu­es­ten Stand gebracht.

Kommentar zu Vortrag über „Geschichtswahrnehmung in Ostasien“ online

Im Rah­men des Klaus Zer­nack Col­lo­qui­ums und sei­ner Vor­trags­rei­he „Geschich­te im öffent­li­chen Raum“ am Zen­trum für His­to­ri­sche For­schung Ber­lin der Pol­ni­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten hielt am 10. Febru­ar 2014 Prof. Dr. Nis­hi­ya­ma Aki­yo­shi 西山暁義 von der Kyô­ritsu Women’s Uni­ver­si­ty (Kyô­ritsu joshi dai­gaku 共立女子大学) einen Vor­trag unter dem Titel „Im Fern­os­ten nichts Neu­es? Per­spek­ti­ven trans­na­tio­na­ler Geschichts­wahr­neh­mung auf das natio­na­lis­ti­sche Ost­asi­en“. Dazu war ich als Kom­men­ta­tor ein­ge­la­den. Bei You­tube wur­de nun eine zwei­tei­li­ge Zusam­men­fas­sung des Vor­trags, mei­nes Kom­men­tars und der sich anschlie­ßen­den Dis­kus­si­on mit dem Publi­kum ein­ge­stellt: Wei­ter­le­sen

Neue Vorträge

Im Ver­lauf des Juni 2013 habe ich zwei Vor­trä­ge – zu Egon Bahrs Japan-Besuch 1969 und zu Gerüch­ten bzw. Falsch­mel­dun­gen in den Erd­be­ben­ka­ta­stro­phen 1923 und 2011 – gehal­ten und mei­ne Auf­stel­lung ent­spre­chend aktua­li­siert.

Weiteres Forschungsprojekt: Egon Bahrs Japanbesuch 1969

Ich habe die Inhalts­be­schrei­bung eines neu­en Pro­jekts, das mich neben mei­ner Arbeit an mei­nem For­schungs­vor­ha­ben in den letz­ten Mona­ten beschäf­tigt und dem ich unter dem Titel „Egon Bahrs Japan-Besuch 1969: ein Moment des japa­ni­schen ’nuclear hedging‘ “ nach­ge­he, der Auf­stel­lung gegen­wär­ti­ger und zukünf­ti­ger For­schungs­vor­ha­ben hin­zu­ge­fügt.

Glasklar“ – transregionaler Handel im japanischen Altertum

Zwei­fels­oh­ne gehö­ren die bud­dhis­ti­schen Hei­lig­tü­mer Naras zu den belieb­tes­ten Zie­len japa­ni­scher wie aus­län­di­scher Tou­ris­ten. Ganz oben auf der Lis­te der Tem­pel, die ger­ne besucht wer­den, dürf­te der Tôdai-ji (東大寺) ste­hen. In sei­ner Haupt­hal­le steht die über 16 Meter hohe Sta­tue des Bud­dha Vai­ro­ca­na aus dem 8. nach­christ­li­chen Jahr­hun­dert. Aber auch eines der Neben­ge­bäu­de, die „Hal­le der Lotus-Sutra“ (Hokke-dô 法華堂), auch: die „Hal­le des drit­ten Monats“ (San-gatsu-dô 三月堂) als ältes­ter Teil des Tem­pels mit sei­nem Ver­weis in der Namens­ge­bung auf den Monat, der nach dem „alten [Lunisolar-] Kalen­der“ (kyû­re­ki 旧暦) beson­ders der Rezi­ta­ti­on der Lotus-Sutra gewid­met ist, beher­bergt eine beson­de­re Sehens­wür­dig­keit: die Amoghapasa-Statue (fukû ken­ja­ku Kan­non rit­su­zô 不空羂索観音立像), eben­falls aus dem 8. Jahr­hun­dert, der wie so vie­len ande­ren reli­giö­sen Kunst­ge­gen­stän­den im Besitz des Tôdai-ji der Sta­tus eines „natio­na­len Schat­zes“ (kokuhô 国宝) ver­lie­hen wur­de. Dar­ge­stellt ist eine 8‑armige Mani­fes­ta­ti­on des weib­li­chen Bod­dhi­satt­va des Mit­ge­fühls, der Kan­non, die in ihrer ursprüng­lich männ­li­chen Erschei­nung [in Indi­en] als Ava­lo­ki­tesh­va­ra zu den zen­tra­len Prot­ago­nis­ten der Lotus-Sutra – als eines der zen­tra­len Tex­te des Mahayana-Buddhismus – gehört. Mit ihrem zwei­ten Arm­paar [von unten] hält sie ein Seil, auf das schon der Begriff ken­ja­ku 羂索 im Namen der Sta­tue ver­weist und mit dem die Kan­non allen Lebe­we­sen Bei­stand, Hil­fe und Füh­rung anbie­tet.

Bild 1: Gesamtansicht und Detailansicht des Kopfes mit Krone (*)

Bild 1: Gesamt­an­sicht und Detail­an­sicht des Kop­fes mit Kro­ne (*)

Im Herbst des ver­gan­ge­nen Jah­res berich­te­ten nahe­zu alle füh­ren­den Tages­zei­tun­gen Japans von über­ra­schen­den Erkennt­nis­sen, die sich durch eine ein­ge­hen­de Unter­su­chung des Dia­dems (hôkan 宝冠) die­ser Kannon-Statue durch einen Mate­ri­al­kund­ler und eine Glas­ex­per­tin erge­ben hat­ten. Die Sta­tue selbst mit einer Höhe von etwa 3,6 Metern war in das Muse­um des Tôdai-ji über­führt wor­den, um eine Restau­rie­rung ihrer Basis zu ermög­li­chen. Bei die­ser Gele­gen­heit hat­te man auch das Dia­dem ent­fernt, um es zu rei­ni­gen und mög­lichst an sein ursprüng­li­ches Aus­se­hen anzu­nä­hern. Wei­ter­le­sen