Lehrveranstaltung im Wintersemester 2013/14

Im Win­ter­se­mes­ter 2013/14 hal­te ich gemein­sam mit Prof. Dr. Man­fred Hett­ling (Insti­tut für Geschich­te) ein Ober­se­mi­nar zur „Bür­ger­ge­sell­schaft in Deutsch­land und Japan im Ver­gleich“ am Inter­na­tio­na­len Gra­du­ier­ten­kol­leg „For­men­wan­del der Bür­ger­ge­sell­schaft. Deutsch­land und Japan im Ver­gleich“, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Mitschnitt eines Vortrags zu Gerüchten und Falschmeldungen in Erdbebenkatastrophen online

Am 26. Juni 2013 habe ich am Ost­asia­ti­schen Insti­tut (Japa­no­lo­gie) der Uni­ver­si­tät Leip­zig einen Vor­trag mit dem Titel „Die ‚Nach­rich­ten des Win­des‘ (kaze no tay­o­ri 風の便り): Zur Wir­kung von Gerüch­ten (uwa­sa 噂) und Falsch­mel­dun­gen (ryû­gen higo 流言蜚語) in den Erd­be­ben­ka­ta­stro­phen 1923 und 2011“ gehal­ten. Die­ser Vor­trag wur­de mit­ge­schnit­ten und ist nun auf den Youtube-Channel der Japa­no­lo­gie Leip­zig ein­ge­stellt wor­den: Wei­ter­le­sen

Keine Geister in offizieller Residenz des japanischen Ministerpräsidenten

Wer unlängst das Hin und Her einer zunächst erdach­ten und dann zurück­ge­zo­ge­nen Ver­ord­nung der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on zum Ver­bot offe­ner Olivenöl-Karaffen in Spei­se­lo­ka­len ver­folgt hat, ver­fügt schon über einen Ein­druck, mit wel­chen wich­ti­gen Ange­le­gen­hei­ten sich man­che zen­tra­len Regierungs- und Ver­wal­tungs­stel­len über die Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung oder die Kon­zep­ti­on wir­kungs­vol­ler Maß­nah­men gegen die Wirt­schafts­kri­se hin­aus zu befas­sen haben. Daher über­rascht es wenig, wenn das japa­ni­sche Kabi­nett am 24. Mai 2013 auf eine schrift­li­che Anfra­ge des Abge­ord­ne­ten im Ober­haus Kaga­ya Ken 加賀谷健 von der Demo­kra­ti­schen Par­tei (mins­hu­tô 民主党) erklär­te, „kei­ne Kennt­nis­se“ von Geis­ter­er­schei­nun­gen (yûrei 幽霊) in der offi­zi­el­len Resi­denz des japa­ni­schen Minis­ter­prä­si­den­ten (sôri dai­jin kôtei 総理大臣公邸) zu haben. Selbst auf der Nach­mit­tags­pres­se­kon­fe­renz des Kabi­nett­se­kre­tärs (kan­bô chô­kan 官房長官) Suga Yoshi­hi­de 菅義偉 am 24.05. war die­se Anfra­ge noch ein­mal The­ma und beschäf­tig­te dann in einer Kurz­mel­dung am Fol­ge­tag nahe­zu alle japa­ni­schen Tages­zei­tun­gen in ihren Online-Ausgaben. Auf die Fra­ge eines Jour­na­lis­ten, ob er selbst schon die Anwe­sen­heit von Geis­tern in der Resi­denz gespürt habe, hat­te Suga schmun­zelnd erklärt, dass er das nicht aus­schlie­ßen kön­ne („Iwa­re­re­ba, sô ka na, to omo­i­ma­shi­ta“ 言われれば、そうかな、と思いました). Wei­ter­le­sen

Neue Publikation zur Zivilgesellschaft

Ein Auf­satz als gekürz­ter Nach­druck mei­nes Arbeits­pa­pie­res zur Zivil­ge­sell­schaft vor 1945 ist in einer Publi­ka­ti­on über die Bürger-Staat-Beziehungen in Japan erschienen:

Sprot­te, Maik Hen­drik (2013): „Zivil­ge­sell­schaft als staat­li­che Ver­an­stal­tung? Eine Spu­ren­su­che im Japan vor 1945.“ In: Foljanty-Jost, Gesine/ Hüs­te­beck, Momo­yo (Hg.): Bür­ger und Staat in Japan. Halle/Saale: Uni­ver­si­täts­ver­lag Halle-Wittenberg (= Schrif­ten des Zen­trums für Inter­dis­zi­pli­nä­re Regio­nal­stu­di­en, Band 3), S. 89—129. ⇒ zum Voll­text die­ser Publikation.

Weiteres Forschungsprojekt: Egon Bahrs Japanbesuch 1969

Ich habe die Inhalts­be­schrei­bung eines neu­en Pro­jekts, das mich neben mei­ner Arbeit an mei­nem For­schungs­vor­ha­ben in den letz­ten Mona­ten beschäf­tigt und dem ich unter dem Titel „Egon Bahrs Japan-Besuch 1969: ein Moment des japa­ni­schen ’nuclear hedging‘ “ nach­ge­he, der Auf­stel­lung gegen­wär­ti­ger und zukünf­ti­ger For­schungs­vor­ha­ben hinzugefügt.

Greenpeace zum Reaktorunfall in Fukushima

Green­peace hat knapp einen Monat vor dem 2. Jah­res­tag der Drei­fach­ka­ta­stro­phe im Osten Japans einen Bericht über die – nach Mei­nung die­ser Orga­ni­sa­ti­on – völ­lig unzu­rei­chen­de Ent­schä­di­gungs­pra­xis der Tokyo Electric Power Com­pa­ny (TEPCO) als Betrei­ber des Kern­kraft­wer­kes Fuku­shi­ma und zur Ver­ant­wor­tung füh­ren­der Unter­neh­men am Reak­tor­un­fall, die aller­dings auf­grund der herr­schen­den Rechts­la­ge nicht in deren Betei­li­gung an Ent­schä­di­gun­gen mün­de­te, ver­öf­fent­licht: Wei­ter­le­sen

Japans Menschenrechtslage auf dem Prüfstand

Im Rah­men des vom dama­li­gen Gene­ral­se­kre­tär Kofi Ann­an initia­li­sier­ten Reform­pro­zes­ses der Ver­ein­ten Natio­nen lös­te der UN-Menschenrechtsrat (United Nati­ons Human Rights Coun­cil, kurz: UNHRC) 2006 die seit 1946 bestehen­de UN-Menschenrechtskommission (United Nati­ons Com­mis­si­on on Human Rights, kurz: UNCHR) ab. Neben einer Ver­klei­ne­rung der Zahl der Rats­mit­glie­der von 53 auf 47 Mit­glied­staa­ten der Ver­ein­ten Natio­nen wur­de zudem ein neu­es Instru­men­ta­ri­um zur Unter­su­chung der welt­wei­ten Men­schen­rechts­si­tua­ti­on geschaf­fen: die soge­nann­te „Uni­ver­sel­le Peri­odi­sche Über­prü­fung“ (Uni­ver­sal Perio­dic Review, kurz: UPR) der mit den Men­schen­rech­ten in Zusam­men­hang ste­hen­den Lage in allen 193 Mit­glied­staa­ten. Alle 4 Jah­re haben sich die Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen einem mehr­stu­fi­gen, höchst insti­tu­tio­na­li­sier­ten Pro­zess zur Über­prü­fung der Men­schen­rechts­si­tua­ti­on ihres Lan­des zu unter­zie­hen. Im Okto­ber 2012 war es Japan, das sich zum zwei­ten Mal die­sem Ver­fah­ren zu stel­len hat­te. Wei­ter­le­sen