Rezension zu „Transnational Encounters between Germany and Japan” erschienen

Für die Mailing­liste H-​Soz-​Kult habe ich eine Publi­ka­tion zu den deutsch-​japanischen Bezie­hungen rezen­siert.

Joanne Miyang Cho /​ Lee M. Roberts /​ Chris­tian W. Spang (Hrsg.), Trans­na­tional Encoun­ters between Germany and Japan. Recep­tions of Part­nership in the Nine­teenth and Twen­tieth Centu­ries, Palgrave Series in Asian German Studies, Basing­s­toke, Hamp­shire /​ New York, NY, Palgrave Macmillan, 2015.

Der Text meiner Rezen­sion ist hier zu finden.

Neue Publikation: 1969年の日独外務省政策企画協議と日本の核武装問題

deckblatt_es15Hier noch­mals ein Hinweis zu meinem Forschungs­pro­jekt bezüg­lich des Japan­be­suchs von Egon Bahr (SPD) 1969 im Kontext der deutsch-​japanischen Bezie­hungen & zeit­ge­nös­si­scher Diskus­sionen über eine atomare Bewaff­nung Japans. Als Abschluß dieses Forschungs­vor­ha­bens ist jetzt ein Aufsatz in japa­ni­scher Sprache von mir erschienen.

この度、私が1969年の日独外務省政策企画協議と日本の核武装問題をテーマに執筆した論文が東京大学大学院総合文化研究科附属グローバル地域研究機構/ドイツ・ヨーロッパ研究センター編集『ヨーロッパ研究』第15号に掲載されましたので、ここにお知らせいたします。

マイク・ヘンドリク・シュプロッテ(2016年):「日独外務省政策企画協議と日本の核武装問題―エゴン・バールと1969年の日本訪問―」、『ヨーロッパ研究』、第15号、29-41頁. 論文のフル・テキストはこちらです。

Vortragsankündigung: „Egon Bahr ‒ sein Japanbesuch 1969” (OAG, Tôkyô, 23. Sept. 2015)

In der vergan­genen Nacht ist der Archi­tekt einer „Neuen Ostpo­litik” der sozi­al­li­be­ralen Koali­tion unter Führung Willy Brandts, der Frie­dens­for­scher und Bundes­mi­nister a.D. Prof. Dr. Egon Bahr (SPD) 93-​jährig verstorben. Diese trau­rige Nach­richt fällt zufällig mit meiner Absicht zusammen, heute auf einen Vortrag hinzu­weisen, den ich am Mitt­woch, den 23. September 2015 um 18:30 Uhr in deut­scher Sprache bei der Deut­schen Gesell­schaft für Natur- und Völker­kunde Ostasiens (OAG) in Tôkyô halten werde. Der Titel meines Vortrages lautet:

Egon Bahr ‒ sein Japan­be­such 1969 und die Frage einer japa­ni­schen Atom­be­waff­nung

Details über den Inhalt meines Vortrages, die Örtlich­keit und die gast­ge­bende Gesell­schaft finden Sie hier auf den Seiten der OAG. Außerdem könnten Sie sich über das mit diesem Vortrag in Zusam­men­hang stehende Forschungs­pro­jekt durch diese Projekt­skizze infor­mieren.

Publikation: „Jesus in Japan”-Tradition & die „Takeuchi-​Dokumente”

Vor einiger Zeit habe ich für die Fest­schrift von Herrn Prof. Dr. Wolf­gang Seifert (Univer­sität Heidel­berg) anläß­lich seiner Pensio­nie­rung einen Text zur „Jesus in Japan”-Tradition im Kontext des Shintô-​Nationalismus verfaßt, der nun erschienen ist. Die Grund­lage für dieses Manu­skript bildeten erste Ergeb­nisse meiner Forschung zu den soge­nannten „Takeuchi-​Dokumenten” (Takeuchi monjo 竹内文書) als einem von Takeuchi Kiyomaro 竹内巨麿 (1874/5(?)-1965) am Über­gang der Taishô- zur Shôwa-​Zeit, also in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre, präsen­tierten Korpus von Texten und Arte­fakten. Einer der Kern­in­halte dieses Korpus begrün­dete eine „Jesus in Japan”-Tradition, nach der Jesus Christus nicht etwa am Kreuz starb, sondern vor der Hinrich­tung nach Japan flüch­tete und sich im Norden des Landes, in der heutigen Präfektur Aomori 青森県, ansie­delte. Im März 2014 hatte ich die Gele­gen­heit, das angeb­liche „Grab Christi” (Kiri­suto no haka キリストの墓) im Dorf Shingô 新郷 zu besu­chen. Über diese Reise, deren Moti­va­tion und Hinter­gründe habe ich schon an anderer Stelle berichtet. In dem nun publi­zierten Text unter­suche ich die „Takeuchi-​Dokumente” im Kontext der Biogra­phie ihres „Entde­ckers” vor dem Hinter­grund der Geschichte Japans in der Moderne und gehe den Wurzeln jener „Jesus in Japan”-Tradition als einem der Kern­ele­mente des Text­korpus nach. Die Inhalte dieser Doku­mente, mit denen die „Reichs­ge­schichte” Japans seit der Ur- und Früh­ge­schichte zu einer „Welt­ge­schichte” über­höht wird, sind so reich­haltig, daß ich sie in zukünf­tigen Publi­ka­tionen weiter analy­sieren werde. Jetzt erschienen ist:

★ Sprotte, Maik Hendrik (2015): „Chris­tus kam nur bis Japan. Takeu­chi Kiyomaro (1874—1965) und seine ‚Uni­ver­sa­li­sie­rung’ des Shintô.“ In: Zach­mann, Urs Mat­thias/​ Uhl, Chris­tian (Hg.): Japan und das Pro­blem der Moderne. Wolf­gang Seifert zu Ehren. Mün­chen: Iudi­cium, S. 376—393.

Publikation: 1945年以前の市民社会

yoroppa_kenkyu_kleinWährend wir hier­zu­lande noch die weih­nacht­liche Fest­tags­stim­mung genießen, wird in anderen Teilen der Welt gear­beitet. Gerade eben wurde ich infor­miert, daß die japa­ni­sche Über­set­zung meines Arbeits­pa­pieres aus dem Jahr 2012 mit dem Titel „Zivil­ge­sell­schaft als staat­li­che Ver­an­stal­tung? Eine Spu­ren­su­che im Japan vor 1945.” in der Zeit­schrift „Euro­pean Studies /​ ヨーロッパ研究” der Univer­sität Tôkyô online publi­ziert worden ist.

この度、私が2012年に、1945年以前の市民社会をテーマにドイツ語で執筆した論文が日本語に翻訳され、東京大学大学院総合文化研究科附属グローバル地域研究機構/ドイツ・ヨーロッパ研究センター編集『ヨーロッパ研究』第14号に掲載されましたので、ここにお知らせいたします。翻訳の労を執ってくださった平松英人さんには心から感謝の意を表したいと思います。

マイク・ヘンドリク・シュプロッテ/ 平松英人訳 (2014年): 「国家に主導された市民社会?-1945年以前の日本にその手がかりを求めて-」、『ヨーロッパ研究』、第14号、5-24頁. 論文のフル・テキストはこちらです。

Vor siebzig Jahren: Hinrichtung des Journalisten und Spions Richard Sorge (1895-​1944)

DDR-Briefmarke [1976] zu Ehren des "Kundschafters des Friedens" Richard SorgeDie Exekution

Am Vormittag des 7. November 1944, dem 27. Jahrestag des Sturms auf das Winter­pa­lais in Sankt Peters­burg als Beginn der Okto­ber­re­vo­lu­tion in Rußland, die nach unserem Kalender eigent­lich eine „Novem­ber­re­vo­lu­tion” war, und heute auf den Tag genau vor siebzig Jahren, wurde um 10:20 Uhr im „Ichigaya-​Gefängnis” (Ichi­gaya keimusho 市谷刑務所) in Tôkyô der deut­sche Jour­na­list und sowje­ti­sche Spion Richard Sorge zum Galgen geführt. 16 Minuten später war er tot. Sorge war vom so ge­nannten „Vierten Büro“ des Mili­tä­ri­schen Nach­rich­ten­diens­tes der Sowjet­union ange­worben worden und hatte zuerst in China und ab 1933 in Japan einen Spio­na­ge­ring, über dessen Details ich schon früher berich­tete, aufge­baut. Der Verlauf der Hinrich­tung ist der Repro­duk­tion eines japa­ni­schen Proto­kolls zu entnehmen, das als Teil eines Berichts aus dem August des Jahres 1947 in engli­scher Sprache zur Spio­na­ge­af­färe, die mit dem Namen Richard Sorges untrennbar verbunden ist, im August 2004 zufällig von dem an der Geschichte sozialer Bewe­gungen inter­es­sierten Histo­riker und Akti­visten Watabe Tomiya 渡部富哉 in einem der Anti­qua­riate der japa­ni­schen Haupt­stadt im Stadteil Kanda entdeckt wurde. Weiter­lesen

Publikation: „Zum Stellenwert der Geschichte im politischen Diskurs Ostasiens”

historie 2014Vor einiger Zeit berich­tete ich bereits, daß ich im Februar 2014 als Kommen­tator eines Vortrags, in dem Prof. Dr. Nis­hiy­ama Akiyo­shi 西山暁義 (Kyôritsu Women’s Uni­ver­sity, Kyôritsu joshi dai­gaku 共立女子大学) zu „Im Fer­nos­ten nichts Neues? Per­spek­ti­ven trans­na­tio­na­ler Geschichts­wahr­neh­mung auf das natio­na­lis­ti­sche Ost­asien“ im Rah­men des Klaus Zer­nack Col­lo­qui­ums und sei­ner Vor­trags­reihe „Geschichte im öffent­li­chen Raum“ sprach, an das Zen­trum für His­to­ri­sche For­schung Ber­lin der Pol­ni­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten einge­laden wurde.

Mein Kommentar - als Versuch der Einbet­tung ostasia­ti­scher Geschichts­de­batten in den aktu­ellen poli­ti­schen Kontext der Region - ist nun, ebenso wie der über­ar­bei­tete Vortrags­text von Prof. Nishiyama (S. 323-​337), in verschrift­lichter Form erschienen:

Sprotte, Maik Hendrik (2014): „Zum Stel­len­wert der Geschichte im poli­ti­schen Diskurs Ostasiens. Gedan­ken­splitter zum Beitrag von Nishiyama Akiyoshi.” In: Historie. Jahr­buch des Zentrums für Histo­ri­sche Forschung Berlin der Polni­schen Akademie der Wissen­schaften, Folge 7, 2013/​2014, Leverkusen-​Opladen: Budrich UniPress, S. 338-​343.