Vortrag über „Gerüchte & Fake News in der Geschichte Japans“ (Berlin, 14.02.2019)

Am Don­ners­tag, den 14. Febru­ar 2019 hal­te ich in der Mori‐Ôgai‐Gedenkstätte der Humboldt‐Universität zu Ber­lin (Lui­sen­str. 39, 10117 Ber­lin) ab 18:15 Uhr einen Vor­trag mit dem Titel: „Von der Blut­steu­er zu ‚Brun­nen­ver­gif­tern‘ – über Gerüch­te & Fake News in der Geschich­te Japans“.

Das Gerücht als „ältes­tes Medi­um der Welt“ (Jean‐Noël Kap­fe­rer) umgibt uns in all­täg­li­chen Situa­tio­nen und ver­fügt nur über eine begrenz­te Wir­kung, soweit es sich in einem Zustand rela­ti­ver Ruhe, des Frie­dens auf der gesell­schaft­li­chen Ebe­ne sowie poli­ti­scher und wirt­schaft­li­cher Sta­bi­li­tät ent­wi­ckelt und ver­brei­tet. Sobald aber eine Kri­sen­si­tua­ti­on eine Gesell­schaft oder ihre Teil­be­rei­che erfasst, ent­fal­ten Gerüch­te eine Wir­kung, die es erfor­der­lich macht, ihre Ent­ste­hung und Ver­brei­tung bes­ser zu ver­ste­hen. Die Ana­ly­se der Inhal­te, der Ver­brei­tungs­we­ge sowie der Fol­gen spe­zi­fi­scher Gerüch­te bzw. pro­mi­nen­ter Fake News inner­halb des japa­ni­schen Gemein­we­sens wer­den im Zen­trum die­ses Vor­tra­ges ste­hen. In einem lan­gen his­to­ri­schen Bogen vom 12. bis ins 21. Jahr­hun­dert wer­den aus­ge­wähl­te Gerüch­te sowie deren gele­gent­lich gewalt­haf­te Wir­kungs­macht vor­ge­stellt und kon­tex­tua­li­siert. Wenn auch ein japa­ni­sches Sprich­wort die Lebens­dau­er eines Gerüchts auf „nur“ 75 Tage beschränkt, wird gezeigt wer­den, dass sich man­che ihrer Inhal­te in nahe­zu unver­än­der­ter Form und jen­seits logi­scher Zugän­ge einer „ent­zau­ber­ten Welt“ bis ins Japan der Gegen­wart als sehr viel bestän­di­ger erwie­sen haben.

Vortrag zur „Taishô‐Demokratie oder von der Geschichte als Massenveranstaltung“ (14.12.2018, Halle/Saale)

Am 13. & 14. Dezem­ber 2018 fin­det an der Leo­pol­di­na – Natio­na­le Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten in Hal­le / Saa­le ein Inter­na­tio­na­les Sym­po­si­um zu „Das Erbe der Meiji‐Restauration: Wege zur libe­ra­len Demo­kra­tie 1868–2018“ als Koope­ra­ti­on der Uni­ver­si­tät Halle‐Wittenberg (Prof. Dr. Foljanty‐Jost), des Japanisch‐Deutschen Zen­trums Ber­lin & The Japan Foun­da­ti­on, Tōkyō statt.

Mit einem Vor­trag über „Die Taishô‐Demokratie oder von der Geschich­te als Mas­sen­ver­an­stal­tung“ wer­de auch ich einen Bei­trag zu die­ser Kon­fe­renz leis­ten.

Vortrag zur „Vorgeschichte des Frauenwahlrechts in Japan bis 1946“ (Heidelberg, 19.11.2018)

Anläss­lich des 100‐jährigen Jubi­lä­ums der Ein­füh­rung des Frau­en­wahl­rechts im Deut­schen Reich 1918 ver­an­stal­tet das „Insti­tut für Über­set­zen und Dol­met­schen“ der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg in sei­ner „Mon­tags­kon­fe­renz“ im Win­ter­se­mes­ter 2018/19 eine Vor­le­sungs­rei­he unter dem Titel „Frau­en­rech­te Ges­tern und Heu­te – Anspruch und Wirk­lich­keit“. In die­ser Ring­vor­le­sung wer­den his­to­ri­sche und gegen­warts­be­zo­ge­ne Fra­ge­stel­lun­gen hin­sicht­lich der gesell­schaft­li­chen Stel­lung der Frau in ver­schie­de­nen Län­dern in den Blick genom­men. Zugleich dient die­se Ver­an­stal­tung, deren Vor­trä­ge und Dis­kus­sio­nen in die deut­sche, eng­li­sche, fran­zö­si­sche, ita­lie­ni­sche, japa­ni­sche, por­tu­gie­si­sche, rus­si­sche und spa­ni­sche Spra­che gedol­metscht wer­den, dazu, für die Stu­die­ren­den des Insti­tuts eine Arbeits­si­tua­ti­on zu simu­lie­ren.

Am 19. Novem­ber 2018 darf auch ich dazu mit einem Vor­trag über die „Vor­ge­schich­te des Frau­en­wahl­rechts in Japan bis 1946“ einen Bei­trag leis­ten.
Unge­ach­tet einer Wahl­rechts­ent­wick­lung in Japan, die schritt­wei­se den Kreis männ­li­cher Wahl­be­rech­tig­ter erwei­ter­te, erhiel­ten die japa­ni­schen Frau­en erst ver­gleichs­wei­se spät, im Dezem­ber 1945, auf Anwei­sung des Ober­kom­man­die­ren­den der Alli­ier­ten Streit­kräf­te nach der Nie­der­la­ge Japans im Asiatisch‐Pazifischen Krieg (1931–45) das Wahl­recht. In mei­nem Vor­trag wer­de ich im lan­gen Bogen, vom Ende der 1870er Jah­re bis zur tat­säch­li­chen Errin­gung des Frau­en­wahl­rechts 1945 und den ers­ten all­ge­mei­nen Wah­len in Japan im April 1946, den Kampf japa­ni­scher Frau­en um ihre Par­ti­zi­pa­ti­ons­rech­te, wich­ti­ge Akteu­re und Hin­der­nis­se im Kon­text der japa­ni­schen Frau­en­wahl­rechts­be­we­gung vor­stel­len.

Vortrag zum „Moses & Jesus in Japan“-Narrativ bei der „Initiative zur historischen Japanforschung“ (Leipzig, 3./4.11.2018)

Am 3. und 4. Novem­ber 2018 fin­det an der Japa­no­lo­gie der Uni­ver­si­tät Leip­zig die 32. Tagung der „Initia­ti­ve zur his­to­ri­schen Japan­for­schung“, deren Pro­gramm gera­de ver­öf­fent­licht wur­de, statt. Bis 20. Okto­ber sind Anmel­dung zu die­ser kos­ten­frei­en Tagung mög­lich.

Dort wer­de ich einen Vor­trag zu „Ex ori­en­te lux – Über das Nar­ra­tiv eines Lebens und Ster­bens von Moses und Jesus Chris­tus in Japan“ hal­ten. Neben einem Moses‐Grab in Hôdatsu‐Shimizu in der Prä­fek­tur Ishi­ka­wa fin­det sich in Japan auch ein Christus‐Grab im Dorf Shin­go in der Prä­fek­tur Aom­ori. Deren mut­maß­li­che „Ent­de­ckun­gen“ in den 1930er Jah­ren sind nicht etwa in einem christ­li­chen Kon­text ver­ständ­lich, son­dern einem grö­ße­ren Kor­pus von Tex­ten und Arte­fak­ten, den Takeuchi‐Dokumenten (Takeu­chi mon­jo 竹内文書), geschul­det, von denen eine brei­te­re japa­ni­sche Öffent­lich­keit in den 1920er Jah­ren Kennt­nis erhielt. Die­ser Text­kor­pus lie­fer­te die Begrün­dung für eine, den durch die Macht­ha­ber pro­pa­gier­ten Über­zeu­gun­gen der Zeit völ­lig zuwi­der­lau­fen­de „Reichs­ge­schich­te“ Japans, die sich auf­grund ihrer Inhal­te weit eher als „Welt­ge­schich­te“ offen­bar­te. Die etwa 4000 Tex­te und Arte­fak­te prä­sen­tier­ten sich als ein Kom­pen­di­um von Doku­men­ten und Gegen­stän­den, das die gesam­te Span­ne der japa­ni­schen Geschich­te, von der Schöp­fung der Welt bis in die Anfangs­jah­re der Meiji‐Zeit, abzu­de­cken schien. Neben Auf­zeich­nun­gen auf Baum­rin­de, Leder oder Papier gehör­ten zu der Samm­lung eben­so Stei­ne mit ver­schie­de­nen, vor­nehm­lich in „Schrift­zei­chen der Göt­ter­zeit“ (kami­yo moji, auch jin­dai moji 神代文字) aus­ge­führ­ten Inschrif­ten. Als hei­li­ge Schrif­ten einer in Shintô‐Tradition ste­hen­den Neu­en Reli­gi­on (shintô‐kei shin‐shûkyô 神道系新宗教) las­sen sich die Takeuchi‐Dokumente in ihrer religions‐ und poli­tik­wis­sen­schaft­li­chen Exege­se unter dem Dach des reli­giö­sen Fun­da­men­ta­lis­mus und Natio­na­lis­mus, hier des Shintô‐Nationalismus, ver­or­ten. In mei­nem Vor­trag wer­de ich unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung einer „Moses & Jesus in Japan“-Legende das Augen­merk auf die Inhal­te der Doku­men­te, die gleich­wohl weit­ge­hend als Fäl­schun­gen zu klas­si­fi­zie­ren sind, sowie auf die Ent­ste­hung der orga­ni­sa­to­ri­schen Struk­tur die­ser heu­te noch bestehen­den Neu­en Reli­gi­on und ihre auch zeit­ge­nös­sisch straf­recht­lich rele­van­te Geschich­te bis 1945 rich­ten.

Vorträge anläßlich der „Langen Nacht der Wissenschaften“ (9. Juni 2018, Freie Universität Berlin)

Am 9. Juni 2018 fin­det von 17:00 bis 24:00 Uhr in Pots­dam & Ber­lin die „Lan­ge Nacht der Wis­sen­schaf­ten“ statt. Die Japa­no­lo­gie der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin ist mit einem Pro­gramm unter dem Titel „Japan – fern­ab von Fuku­shi­ma“ mit­ten­drin. Im Rah­men die­ses Pro­gramms bin ich mit zwei Vor­trä­gen ver­tre­ten:

Von 17:00 bis 18:00 Uhr spre­che ich zu Kin­dern im Alter von 6 bis 12 Jah­ren (und zu Per­so­nen mit kind­li­chem Gemüt) über „Samu­rai – die ‚Rit­ter‘ Japans“ (Freie Uni­ver­si­tät Ber­lin, Holz­lau­be, Raum OG, 1.2051).
Was soll­te einem in den Sinn kom­men, wenn man von Samu­rai hört? Kämp­fer? Rit­ter? Die Samu­rai waren viel mehr! Sie waren Gelehr­te, Dich­ter und Beam­te. Von ihren Auf­ga­ben, ihrem Leben und ihrer Bedeu­tung in der japa­ni­schen Geschich­te han­delt die­ser Vor­trag.

Von 22:00 bis 23:00 Uhr hal­te ich einen Vor­trag unter dem Titel „ ‚Gast bin ich in frem­dem Land‘ − Das Nar­ra­tiv über Leben und Ster­ben von Moses und Jesus Chris­tus in Japan“ (Freie Uni­ver­si­tät Ber­lin, Holz­lau­be, Raum OG, 1.2051).
In Japan befin­den sich ein Moses‐Grab und ein Grab Chris­ti. Was führ­te zur Ent­de­ckung die­ser Grä­ber? In die­sem Vor­trag wer­den religions‐ und poli­tik­wis­sen­schaft­lich hei­li­ge Schrif­ten einer Reli­gi­on ana­ly­siert, deren Ziel sich in den 1930er Jah­ren auf eine Japa­ni­sie­rung des Chris­ten­tums im Kon­text der Geschich­te Japans rich­te­te.

Programm der 26. Tagung der „Initiative zur historischen Japanforschung“ (31.10/1.11.2015, Würzburg)

Das Prgramm der von mir gemein­sam mit Till Knaudt (Hei­del­berg) orga­ni­sier­ten 26. Tagung der „Initia­ti­ve zur his­to­ri­schen Japan­for­schung“ steht. Die­se Tagung wird am 31. Okto­ber und 1. Novem­ber 2015 im Siebold‐Museum in Würz­burg statt­fin­den. Das Pro­gramm der Tagung fin­det sich hier auf der Inter­net­sei­te der Initia­ti­ve. Bis zum 25. Okto­ber bit­ten wir an der Teil­nah­me Inter­es­sier­te, sich anzu­mel­den.

Vortragsankündigung: „Egon Bahr ‒ sein Japanbesuch 1969“ (OAG, Tôkyô, 23. Sept. 2015)

In der ver­gan­ge­nen Nacht ist der Archi­tekt einer „Neu­en Ost­po­li­tik“ der sozi­al­li­be­ra­len Koali­ti­on unter Füh­rung Wil­ly Brandts, der Frie­dens­for­scher und Bun­des­mi­nis­ter a.D. Prof. Dr. Egon Bahr (SPD) 93‐jährig ver­stor­ben. Die­se trau­ri­ge Nach­richt fällt zufäl­lig mit mei­ner Absicht zusam­men, heu­te auf einen Vor­trag hin­zu­wei­sen, den ich am Mitt­woch, den 23. Sep­tem­ber 2015 um 18:30 Uhr in deut­scher Spra­che bei der Deut­schen Gesell­schaft für Natur‐ und Völ­ker­kun­de Ost­asi­ens (OAG) in Tôkyô hal­ten wer­de. Der Titel mei­nes Vor­tra­ges lau­tet:

Egon Bahr ‒ sein Japan­be­such 1969 und die Fra­ge einer japa­ni­schen Atom­be­waff­nung

Details über den Inhalt mei­nes Vor­tra­ges, die Ört­lich­keit und die gast­ge­ben­de Gesell­schaft fin­den Sie hier auf den Sei­ten der OAG. Außer­dem könn­ten Sie sich über das mit die­sem Vor­trag in Zusam­men­hang ste­hen­de For­schungs­pro­jekt durch die­se Pro­jekt­skiz­ze infor­mie­ren.