Verfassungen

Seminar: „Die Verfassungen Japans“ (BA-Modul „Politik / Wirtschaft Japans“):

Auf der Grund­la­ge der Beschrei­bung des Moduls im Hand­buch des Bachelor-Studienganges „Japa­no­lo­gie“ an der Uni­ver­si­tät Halle-Wittenberg unter­such­ten wir nach einem Exkurs mit der Ana­ly­se der „17-Artikel-Verfassung“ (jûshichi-jô ken­pô 十七条憲法) des Shô­to­ku tai­shi 聖徳太子 aus dem frü­hen 7. Jahr­hun­dert als Kon­trast­fo­lie einer „Ver­fas­sung“ anhand der so genann­ten „Meiji-Verfassung“ (Mei­ji ken­pô 明治憲法, Dai-Nippon tei­ko­ku ken­pô 大日本帝国憲法) von 1889, der „heim­li­chen Ver­fas­sung“ Japans, mit­hin des „Kai­ser­li­chen Erzie­hungs­edikts“ von 1890 (Kyôi­ku ni kan­su­ru cho­ku­go 教育ニ関スル勅語), und der so genann­ten „Frie­dens­ver­fas­sung“ von 1946/47 (hei­wa ken­pô 平和憲法, Nihon-koku ken­pô 日本国憲法) unter­such­ten wir die ide­en­ge­schicht­li­chen Grund­la­gen des auto­ri­tä­ren wie demo­kra­ti­schen Sys­tems Japans und des­sen Ein­flüs­se auf deren kul­tu­rel­le Kon­stan­ten, wie sie z.B. durch das Ten­nō­sys­tem und den Pazi­fis­mus als denk­ba­re „Ach­sen“ der japa­ni­schen Nati­on mit dem Jahr 1945 und sei­ner Erfah­rung der Nie­der­la­ge im Asiatisch-Pazifischen Krieg als „Was­ser­schei­de“ zen­tra­ler Ele­men­te der poli­ti­schen Kul­tur wie der Ver­fasst­heit des Gemein­we­sens kon­sti­tu­iert wer­den. Jüngs­te Kon­zep­te einer ver­än­der­ten Inter­pre­ta­ti­on der Nach­kriegs­ver­fas­sung, hier beson­ders des Arti­kels 9 mit sei­nem Kriegs­ver­zicht und die aktu­el­le Dis­kus­si­on der Ein­füh­rung eines „kol­lek­ti­ven Selbst­ver­tei­di­gungs­rechts“ (shūdan-teki jiei­ken 集団的自衛権) auf der Basis eines von der japa­ni­schen Regie­rung ver­tre­te­nen „Pro­ak­ti­ven Pazi­fis­mus“ (sekkyoku-teki hei­wa­s­hu­gi 積極的平和主義), run­de­ten die Ana­ly­se ab.

Die Veranstaltung gliedert sich inhaltlich folgendermaßen:

Die „17-Artikel-Verfassung“ des Shô­to­ku tai­shi.
Meiji-Restauration (Mei­ji ishin 明治維新) und danach.
Die „Ver­fas­sung des Groß-Japanischen Kai­ser­reichs“ (1889).
Das „Kai­ser­li­che Erzie­hungs­edikt“ (1890), die „heim­li­che Ver­fas­sung“.
Mino­be Tats­uki­chi: Tennô-Organ-Theorie (ten­nô kikan-setsu 天皇機関説).
Yoshi­no Saku­zô: Demo­zen­tris­mus (min­pons­hu­gi 民本主義).
Uesu­gi Shin­ki­chi: Zur Sou­ve­rä­ni­tät des Mon­ar­chen.
Ultra­na­tio­na­lis­mus, Krieg und Besat­zung.
Der Matsumoto-Entwurf einer japa­ni­schen Ver­fas­sung.
Die japa­ni­sche Nach­kriegs­ver­fas­sung.
Sicher­heits­ver­trag und Re-Militarisierung: der § 9.
Sym­bol­kai­ser­tum.
Die Ver­fas­sungs­dis­kus­si­on im 21. Jahr­hun­dert: Ver­fas­sungs­än­de­rung oder Neu­in­ter­pre­ta­ti­on?

(Som­mer­se­mes­ter 2014)

Zurück zur Übersicht meiner Lehrveranstaltungen